Noch bis 29. Mai ist die Ausstellung „Kinderrechte an den EU-Außengrenzen“ von terre des hommes im Oberen Foyer des Rathauses zu sehen.
„Ich fühle mich wie ein Esel, der viele Lasten schleppen muss. Aber warum muss ich so viel tragen?“ Mit diesem Zitat eines 13-jährigen afghanischen Jungen eröffnete Bürgermeister Martin Heilig die Ausstellung „Kinderrechte an den EU-Außengrenzen, für die Oberbürgermeister Christian Schuchardt die Schirmherrschaft übernommen hat.
Über 114 Mio. Menschen sind weltweit auf der Flucht, darunter auch mehr als 43 Mio. Kinder und Jugendliche. Sie fliehen vor Krieg und Gewalt, Armut, Diskriminierung oder Zerstörung ihrer Lebensgrundlungen durch die Klimakatastrophe. Gerade Kinder und Jugendliche sind entlang der Fluchtwege besonderen Gefahren ausgesetzt. Häufig werden sie geschlagen, bedroht, belästigt, beschimpft, sexuell genötigt, entführt oder zur Arbeit gezwungen.
Zurückweisungen oder die Unterbringung von Kindern und Jugendlichen in Lagern verletzen geltendes Recht. Die Auswirkungen auf die körperliche und seelische Entwicklung sind gravierend. Kinderrechte müssen auch und gerade an den EU-Außengrenzen gelten. „Die Ausstellung von terre des hommes ist gleichermaßen ergreifend und aufweckend. Weil sie die Last des Esel-Schleppens veranschaulicht. Weil sie den Finger in die Wunde legt. Und weil sie über die Flucht-Bewegungen aufklärt, deren Gründe und Ursachen, aber auch Hilfsmöglichkeiten“, so Bürgermeister Heilig.
Heilig begrüßte die Vertreter der Ortsgruppe Würzburg von terre des hommes; Felicitas von Colberg, Meike Hellmer, Günter Kuhnert und Erhard Reininger und lobte deren Engagement mit den Worten: „Ihre Arbeit ist von unschätzbarem Wert.“ Der Regionalkoordinator für Deutschland und Europa von terre des hommes, Thomas Berthold, erläuterte in seinem Vortrag aufbauend auf der terre des hommes Studie „Vor Mauern und hinter Gittern“ die Situation von geflüchteten Kindern und Jugendlichen an den EU-Außengrenzen. RTL-Moderator Maik Meuser nahm an der Eröffnung in seiner Funktion als terre des hommes Botschafter teil.
Foto: terre des hommes, Elisa Ruggiero